Hey ihr Lieben,

das letzte Mal haben wir Euch ja von den Teeplantagen in den Cameron Highlands erzählt. Nachdem wir diese verlassen haben, sind wir weiter nach Ipoh gefahren. Hier haben wir nur zwei Nächte verbracht und ein bisschen die Stadt besichtigt. Was uns hier ganz gut gefallen hat, war ein „street-art-walk“. Ein Künstler hat hier in der Stadt an verschiedenen Ecken riesige Gemälde an die Mauern und Hauswände gemalt. Das war mal was Besonderes 🙂 Wie überall in den Städten war es auch hier unglaublich laut. Man wird quasi dauerbeschallt. Laute Autos, noch lautere knatternde Mofas, bellende Hunde, schreiende Menschen, Baustellenlärm, und weil es noch nicht laut genug ist, ruft der Muezzin fünf Mal am Tag zum Gebet. Wir werden auf jeden Fall nochmal auf eine Insel gehen, wo wir ein bisschen Ruhe haben und noch entspannen können, bevor es wieder nach Hause geht 🙂

Da wir noch nicht genug Tempel gesehen haben, sind wir mit dem Bus zum Perak Tong Cave Tempel gefahren. Ein riesiger Tempel, gebaut in eine Höhle. Überall sitzen Bhudda-Statuen und es führen Treppen durch den Berg hoch und runter. Der Tempel hat uns ganz besonders gut gefallen, weil es mal anders war und auf gewisse Weise in die Natur integriert wurde. Uuuuund, wir haben wilde Äffchen gesehen! 🙂 Sie sind durch die Bäume gehüpft und haben Kunststücke gezeigt, miteinander gespielt und uns neugierig betrachtet 🙂 Vorsichtshalber haben wir mal unsere Sachen festgehalten. So nah haben sie sich dann aber doch nicht an uns rangetraut 😉

Von Ipoh aus sind wir mit dem Zug mit einer Stunde Verspätung weiter nach Penang gefahren. Hier läuft eben nicht alles nach striktem Zeitplan, da muss man manchmal ein bisschen flexibel sein 😉 Penang ist eine Insel ziemlich im Norden Malaysias. Dort gibt es eigentlich nur eine größere Stadt – George Town. Die Stadt hat uns sehr gut gefallen. Es gab ein indisches Viertel, ein Chinatown und viele Tempel überall in der Stadt verteilt. Dazu war die street-art-Szene hier noch größer als in Ipoh. Es gab so viele Wandgemälde in der Stadt, dass wir gar nicht alle suchen konnten. Wir haben uns dann die rausgesucht, die wir anschauen wollten. Franzi musste natürlich die Katzen sehen, Lenny wollte Bruce Lee nicht verpassen 😉

Am Wasser konnten wir viele Stelzenhäuser sehen. Sie sind recht alt und es wohnen viele Chinesen und Thailänder in den Häusern. Wie es hier in Malaysia mit der Müllentsorgung gehalten wird, schockiert uns immer wieder aufs Neue. Von Samoa oder Neuseeland sind wir nun schon ziemlich viel gewohnt. Aber dass man alte Autos einfach ans Wasser stellt und wartet, bis sie komplett wegrosten, ist schon heftig.

Ein Höhepunkt auf Penang war der Tropical Spice Garden. Angelegt wie ein riesiger Botanischer Garten war ein Stück Urwald wunderschön hergerichtet und man konnte verschiedenste Bäume, Sträucher und Pflanzen anschauen – inklusive Audioguide mit guten Erklärungen. Richtig cool war da eine Urwald-Schaukel 🙂 Am Ende hat uns auch hier wieder eine Gruppe wilder Äffchen erwartet, die miteinander gebalgt haben, durch die Bäume gesprungen sind und sogar im Klohäuschen den Wasserhahn aufgedreht haben 😀 Ganz schön geschickt die Tiere!

Momentan befinden wir uns jetzt in Kota Bharu an der Ostküste Malaysias. Hier sind wir nach einer 5,5 Stunden langen Busfahrt von Penang aus angekommen und haben hier die letzten zwei Wochen verbracht. Nicht ganz freiwillig leider, eigentlich wollten wir nur einen Abstecher machen und dann weiter. Leider verläuft so eine Reise nicht immer ganz nach Plan und so hat uns unser Schicksal einen Zwangs-Stop einlegen lassen. Wir waren beide krank und haben uns hier auskuriert. Lenny wurde auf Penang wohl von einer Mücke mit dem Dengue-Fieber infiziert. Dengue wird von tagaktiven Mücken übertragen, so wie das wohl bekanntere Malaria von nachtaktiven Mücken. Trotz Mückenschutz-Spray finden die Viecher irgendwie immer eine Lücke, wo sie ihre Opfer annuckeln können und den Virus übertragen können. Wir sind jeden Tag ins Krankenhaus gegangen, wo Lenny einen Bluttest machen lassen musste. Viel machen kann man gegen die Krankheit nicht. Es gibt kein Medikament dagegen, nur fiebersenkende Mittel und viel Wasser trinken. Zum Glück hatte Lenny nur die mildere Form von Dengue. Ein Krankenhausaufenthalt blieb so erspart. Franzi lag lange mit einer Lebensmittelvergiftung flach, die sie sich vermutlich von einer Teigtasche aus einem Supermarkt geholt hat. Und wir dachten, Supermärkte haben einen gewissen Hygiene-Standard… Aber mithilfe von Antibiotika und anderen Medikamenten geht’s auch Franzi jetzt wieder besser. Die letzten zwei Wochen haben wir also nicht viel erlebt. Nach ein paar Minuten laufen zum Krankenhaus oder Wasser holen waren wir für den restlichen Tag erledigt. Wir sind ein wenig traurig, dass uns die zwei Wochen fehlen. Einen Ausflug in den malaysischen Regenwald und nach Borneo werden wir nun nicht mehr unternehmen. Nun gut, so kann es kommen auf einer Reise und wir haben und werden auch noch viele schöne Stellen sehen 🙂 Und wer sagt, dass wir nicht irgendwann man wieder her kommen 😉

Da es uns jetzt wieder ganz gut geht, konnten wir gestern mit unseren Gastgebern das Ende des Ramadan feiern. Wir wurden eingeladen, mit ihnen die Familie zu besuchen. Hari Raya nennt man das. Es wird das Ende der Fastenzeit gefeiert und jedes Haus hat „Tag der offenen Tür“. So zieht man von Haus zu Haus, besucht Freunde und Verwandte und Jeder empfängt die Gäste mit Essen und Trinken. Es gibt überall eine Kleinigkeit, von eingelegtem Reis über in Curry eingelegten Thunfisch und eine bunte Vielzahl an Keksen und anderen Leckereien. Die Kinder bekommen kleine Umschläge mit ein paar Ringgit (der malayischen Währung). Jeder schenkt und wird beschenkt. Wir wurden überall freundlich empfangen und wie Angehörige behandelt. Wir mussten auch jedes Mal als erste essen, erst nach uns haben die anderen Gäste gegessen. Eingie wollten Fotos machen, weil wir die ersten Reisenden als Gäste bei ihnen im Haus waren. Die Kinder haben neugierig geschaut und ein paar Erwachsene konnten auch ein paar Worte Englisch. So konnten wir uns über Fußball und Deutschland unterhalten. Einer war sogar schon in Deutschland und zur Freude von Lenny sogar in Bremen 🙂  Unser Gastgeber konnte uns auch viele Infos über Sitten, Land und Leute geben. Wir haben uns riesig gefreut, dass wir die Möglichkeit bekommen haben, bei dem Fest dabei zu sein 🙂 Es ist ein bisschen wie Weihnachten und wir haben uns geehrt gefühlt, überall mit offenen Armen empfangen worden zu sein.

Morgen geht für uns die Reise weiter mit dem Bus nach Terengganu. Von dort aus werden wir dann auf eine Insel flüchten und ein paar Tage einfach entspannen, den Strand genießen, Cocktails schlürfen und die Ruhe genießen 🙂 Ohne Autos, Mofas, Lärm und Stadt-Dreck.

Wir schicken die besten Grüße nach Hause!

Eure Weltenbummler 🙂

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